Archiv für: November 2011
Umzug
Von mizi am Nov 29, 2011 | In Freunde | Sende Feedback »
So sieht also mein Bein aus, wenn ich helfe, eine Waschmaschine hochzutragen:
Mein erstes eigenes komponiertes Lied
Von mizi am Nov 27, 2011 | In Und sonst so?! | Sende Feedback »
Texte habe ich ja schon viele geschrieben, aber hier kommt mein erstes EIGENES Lied, mit eigener Melodie und eigenem Klavierspiel (sogar das Klavier gehört mir!) JUCHUUU! Es wird ein Hit:
Mein Buch....Fortsetzung 1
Von mizi am Nov 20, 2011 | In Unkategorisiert | Sende Feedback »
Momentan haben wir etwas mehr Kontakt. Simon hat ein Buch geschrieben. Es handelt von seiner Zeit als Totengräber. Ich muss dazu sagen, dass Simon für's Fernsehen schreibt. Für eine Telenovela, „Geh deinen Weg“ oder „Köln ist cool“ oder wie die alle heißen. Ich hab die Sendung noch nie gesehen. Simon hat mir auch verboten, die Sendung zu schauen. Er macht das, wie alle beim Fernsehen, nur, bis er etwas Besseres findet. Natürlich muss er auch von irgendwas leben. Immer wieder veröffentlicht er kleinere Artikel in Nischenzeitschriften. Diese habe ich immer ganz stolz gekauft oder beim Zeitschriftenhändler bestellt mit den Worten: „Mein Freund hat da einen Artikel drin veröffentlicht.“ Die müssen ja nicht wissen, dass das mein platonischer Freund ist. Denn äußerlich hätte ich schon das Zeug zur Autorengattin. Mit Brille und so.
Simon hat also ein Buch geschrieben. Das Totengräber Dasein ist sein Nebenjob gewesen. Autoren gibt’s ja nicht grade wenig, so dass er etwas Geld verdienen musste. Simon ist niemand, der sich bei Starbucks an die Kasse stellt oder am Fließband Kugelschreiber zusammenschraubt. Eine Liste seiner Jobs: Nachtwächter, Geisterbahnfahrterschrecker, Schneeschipper, Fußballtrainer. Das letzte ist jetzt nicht gerade außergewöhnlich. Deshalb schreibt er über sein Totengräber Dasein.
Simons Buch ist gut. Er fand gleich einen Agenten. Das ist, wie ich jetzt weiß, nicht gerade üblich. In der Schriftstellerszene kenne ich mich nicht aus. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man ein Buch schreibt, es an Verlage schickt und dann wird das schon einer veröffentlichen, den gelesen wird immer. Und gestorben wird ja auch immer. Daher ist doch ein Buch über das Totengräber Dasein quasi schon 300 000mal verkauft. Dank Simon weiß ich jetzt, dass Verlage quasi niemals einfach so zugeschickte Manuskripte lesen. Bzw vielleicht liest mal ein Praktikant die ersten drei Seiten, aber das war's dann auch schon. Für eine Buchveröffentlichung braucht man zu allererst mal einen Agenten. Der sucht dann einen Verlag. Nur weil man einen Agenten hat, heißt das nicht, dass man auch einen Verlag bekommt. Mit Büchern ist das wohl wie mit Musik und Mode. Egal wie gut das Werk ist, wenn es nicht in den Zeitgeist passt, dann wird es auch nicht verkauft. Es lohnt sich aber auch, wie in der Mode, Dinge jahrelang in der Schublade zu lassen, alles kommt wieder.
Simons Agent heißt Heiko und war gleich begeistert. Heiko bekommt am Tag 20-40 Manuskripte. Er liest höchstens drei Seiten. Da eine von Simons ersten Seiten sein Lebenslauf war und darin stand: „Ich schreib fürs Fernsehen“, hat Heiko das ganze Manuskript gelesen. Heut zu Tage ist es anscheinend auch wichtig, was da im Klappentext steht. Entweder man sollte schon was veröffentlicht haben, einen Preis gewonnen haben, irgendwann mal wegen irgendwas berühmt gewesen sein oder eine schlimme Krankheit haben. Schon hat man einen Buchvertrag. Herrgott, sogar Philipp Lahm schreibt ein Buch.
Drei Verlage waren an Simons Buch interessiert. Er hat die genommen, die am meisten bieten. Was genau, will er nicht sagen. Ich hab da auch echt keine Ahnung. 1000€? 5000€ 120 000€? Wird man reich durch ein Buch? Die erste Auflage sind 30 000 Exemplare. Das ist viel in meinen Augen, aber im Bezug auf ca. 60 Millionen potentielle Leser ist das nicht viel. Aber die 30 000 muss man erstmal verkaufen.
Das Buch ist schon seit drei Jahren fertig. Die Lektorin Frau Scharer ist dauernd am Rumnörgeln und verbessern. Wir hatten beide schon Angst, dass das Buch gar nicht veröffentlicht wird. Der Veröffentlichungstermin wurde dauernd verschoben. Jetzt geht es nur noch um Dinge wie das Coverbild, der Buchrückentext und den endgültigen Titel.
Mein Vorschlag „Deckel auf, Leiche rein, Deckel zu, Erde drauf“. Ich finde den Titel sehr gut, aber Frau Scharer (leider kann ich den Namen nicht verächtlich schreiben, aber ich denke ihn verächtlich, keine Sorge) findet den Titel zu lang. „Unter und über der Erde“ war ihr Vorschlag. Pfff. Ich halte mich da jetzt raus. Simon macht ja eh nur, was Frau Scharer (VERACHTUNG) sagt. Ehrlich gesagt, warum sollte er auch auf mich hören, die ich nur Akten ablegen kann. Vielleicht hat er ja Recht auf die Frau zu hören, die schon seit Jahren in der Branche arbeitet und ihm schlussendlich auch das Geld auszahlt.
Insgesamt nehme ich mich in der Geschichte viel zu wichtig. Was hab ich schon damit zu tun? Ich sollte mich auf meine eigentlichen Aufgaben in diesem Zusammenhang konzentrieren, die da heißen: Simon loben, Simon trösten, stolz auf Simon sein.
Mein Buch - Kapitel 1
Von mizi am Nov 17, 2011 | In Unkategorisiert | Sende Feedback »
315.
„Ist das zuviel?“
„Naja, es kommt ganz darauf an, wen du damit erreichen willst. Für Leute die eine Konzentrationsphase eines Affenjungens haben, wäre das sicher zu lange, aber der Durchschnittsbürger wird das schon schaffen.“
„Am Anfang hatte ich ja Angst, dass ich über 20 Seiten nicht heraus komme und jetzt sind es 315.“
„Hast du die Widmung mitgezählt?“
„Widmung? Es gibt keine Widmung. Das ist doch irgendwie immer scheiße. Widmest du's der Freundin – dann gibt’s die vielleicht nicht mehr, bis das Ding veröffentlicht ist. Aber dann steht auf ewig ihr Name drin. Widmest du's den Eltern, dann regen sich deine Geschwister auf, weil du mit denen ja viel mehr Kontakt hast und die auch alles gegen gelesen haben. Und widmest du's den Geschwistern und Eltern, dann kommt die Mutter und sagt: 'Die Oma hättest du ruhig auch noch erwähnen können. Die hätt' sich so gefreut. Du schreibst ihr ja nicht mal Postkarten aus dem Urlaub, das könntest du damit wieder gut machen.' Aber eine Widmung von einer halben Seite zu schreiben ist total beknackt, das wäre dann keine Widmung mehr, sondern eine 'Erzwingung'.“
„Na, wie ich sehe hast du dir darüber noch keine Gedanken gemacht.“
„Haha.“
„Du könnest ja auch so was Kryptisches schreiben wie: 'Für H., du weißt warum' Dann fragen dich danach alle Journalisten: Wir hätten da wichtige Fragen zu ihrem Buch. Wer ist 'H'.“
„Hitler.“
„Zum Beispiel.“
„Nee, keine Widmung und kein Vorwort.“
„Okay“
Pause.
„Pfff...“
Pause.
„Mhmm“
Pause.
Es stand also fest, mir wollte er das Buch nicht widmen. Auch die gefühlte fünfminütige Pause des Gesprächs unterbrochen von seltsamen Atemgeräuschen meinerseits führte ihn nicht auf die richtige Spur.
„Guckst du nebenher Fernsehen?“
„Nee,wieso?“
„Du wirkst so abwesend und gibst so komische Geräusche von dir.“
„Ich atme“
„Achso. Das ist gut. Vielleicht ein bisschen laut, aber gut. Du hör mal, ich muss los. Frau Scharer wartet. Hoffentlich hat sie jetzt gute Nachrichten, langsam geht mir die Warterei auf die Nerven.“
„Ich drück die Daumen. Meld dich, sobald du weißt, was los ist.“
„Mach ich. Tschau.“
„Tschüß.“
Simon ist mein bester Freund. Und nein, ich hege keinerlei romantische Gefühle für ihn, hab ich nie und werde ich nie. Genauso ist es umgekehrt. Aber eine Widmung wäre trotzdem angemessen gewesen. Schließlich kenne ich ihn schon seit fast 10 Jahren. Das hätte ich schon verdient und ich hätte mich auch sehr darüber gefreut. Postkarten schreibt er mir schließlich auch nie. Er hätte auch „Für T., sie wollte es ja unbedingt so haben“ schreiben können. Da hätte ich kein Problem damit gehabt. Aber da ich Simon schon so lange kenne, war es mir eigentlich klar, dass ich keine Widmung bekomme. Es ist daher schon fast befriedigend, dass kein anderer sie bekommt.
Beste Freunde. Das ist immer so ein kitschiger Ausdruck und irgendwie muss ich dabei immer an „Bravo Girl“ denken, da gab's früher immer solche Kettchen mit Herzen als Beilage auf denen „Best friends“ stand. Nein, es waren zwei halbe Herzen. Auf einem stand „Be frie“ und auf dem anderen „st nds“. Wenn ich das jetzt in der Retrospektive betrachte, war es wesentlich cooler das „Be frie“ zu haben, da konnte man sich immernoch „be free“ von ableiten, sollte sich die Freundschaft wieder trennen. Hatte man den andern Part so bliebt am Ende der Freundschaft nur „stnds“. Und beste Freunde sehen sich laut Bravo Girl auch jeden Tag und telefonieren dauernd und tauschen Kleider...ich hab nen Schal von Simon. Den hab ich aber geklaut, ohne dass er es bis heute gemerkt hat. („Schöner Schal.“ - „Danke.“ - „Die Farbe ist etwas grell, aber du kannst das tragen.“- Das ist ja quasi wie geschenkt)
Der größte Unterschied ist natürlich, dass wir nicht zwei Bravo Girls sind, wir sind gar keine Girls. Sondern Mann und Frau. Hollywood will uns ja weismachen, dass Männer und Frauen nicht befreundet sein können und einer der beide durch die Kirche zum Traualtar stürzt und „Neeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin“ schreit. Stimmt auch nicht. Das Zaubermittel heißt: nicht dauernd treffen, nicht dauernd telefonieren, keine Herzanhänger tragen.
Simon wohnt in Düsseldorf, ich in Mannheim. Drei Stunden IC Fahrt trennen uns. Wir sehen uns, wenn's hoch kommt, zweimal im Jahr. Wir telefonieren, wenn's hoch kommt, einmal im Monat. Trotzdem sind wir beste Freunde. Keiner von uns hat das je ausgesprochen, aber jeder weiß, dass es so ist. Wir halten regen E-Mail Kontakt. Das macht die ganze Geschichte anonym und intim zugleich. Jeder von uns beiden kann sich sicher sein, sollte es dem andern schlecht gehen, dann würde der andere sofort ins Auto springen und losfahren. Simon hat keinen Führerschein, aber er würde den teureren ICE bezahlen um dann in zwei Stunden statt drei da zu sein. Ist aber noch nie vorgekommen.
Heute im Solarium...
Von mizi am Nov 9, 2011 | In Unkategorisiert | Sende Feedback »
...hatte ich eine Erleuchtung!